Klimaschutz – eine Überlebensfrage
Wir müssen sofort und radikal handel!
„Ein sehr besorgniserregender Trend ist, dass sich die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung beschleunigt.“
„Um irreversible Schäden zu verhindern, müssen wir
sofort und radikal handeln.“
„Eine globale Transformation muss in einem Rekordtempo erfolgen. Nur so können wir die Erde vor inakzeptablen Umweltfolgen bewahren.“
Johann Rockström, Co-Direktor Institut für Klimaforschung Potsdam (PIK) Tagesspiegel 19.06.24
Überleben
Die Appelle der Klimaforscher sind drastisch, denn sie wissen, dass die Klimafrage eine Frage des Überlebens ist. Aber sofortige und radikale Veränderungen werden nicht kommen, denn die meisten Menschen verharren noch in der Zwischenzeit, in der das Alte stirbt, aber das Neue noch nicht geboren werden kann. Erst durch Leid wird eine Mehrheit bereit sein, dieses komfortable, aber eben auch selbstzerstörerische Leben aufzugeben. Mit solchen Ereignissen werden wir bereits in naher Zukunft rechnen müssen. Valencia war nur ein Tropfen im Strom der dramatischen Wetterereignisse. Dann werden immer mehr Menschen anerkennen müssen, dass vom Erhalt des Klimas unser Überleben abhängt. Überleben wird zum Leitbild unseres Handelns in der Zukunft werden.
Das Neue wird geboren
Das Ignorieren der Notwendigkeit des Wandels vieler Mitmenschen darf uns weder vom eigenen Wandel abhalten, noch nur Resignation führen. Wir müssen voraus denken, voran gehen und andere ermutigen, mitzukommen. Das Neue wird kommen, es muss durch uns geboren werden.
Das Unmögliche wagen
Der individuelle Fußabdruck pro Kopf in Deutschland beträgt durchschnittlich im Jahr 2024 10,3 t CO² (2,3t Wohnen, 0,6t Strom, 2,1t Mobilität,1,6t Ernährung, 2,5t sonstiger Konsum, 1,2t öffentliche Infrastruktur; Quelle: Umweltbundesamt) Das Klimaziel ist 1 t.
Das zu erreichen ist schwer vorstellbar, aber es ist die zentralen Überlebensfrage. Wagen wir das Unmögliche, seien wir kreative und innovative Menschen und reduzieren unseren Kohlenstoffausstoß. Individuelles Handeln kann erste Ergebnisse bringen, die wirtschaftliche Transformation muss folgen.
Neue Lebensqualitäten
Wohlstand ist die bedeutendste Lebensqualität der Neuzeit. Ausgerechnet diese können wir uns nicht mehr leisten.
Alle Generationen vor uns lebten mit weniger Komfort und erzeugten weniger Kohlenstoff und waren trotzdem auch glücklich und zufrieden. Finden wir andere (alte und neue) Lebensqualitäten und gehe von einer Lebensweise des Habens zum Sein. Überwinden wir unser Besitzstandsdenken und unsere Angst, etwas zu verlieren. Reduzieren wir und beschränken uns auf das Wesentliche zum Leben. Auf Luxus, alles Unnütze, alles Überreichliche verzichten wir zuerst.
Das Problem ansprechen
Unser Leben ist komfortabel, leicht und angenehm. Daher will natürlich niemand freiwillig verzichten. Alle wollen so weiter leben wie bisher. So sprechen wir wenig über die Klimakrise und die Auswege. Wir erfinden lieber Ausreden, um uns vor uns selbst unser klimaschädigendes Verhalten zu rechtfertigen.
Sprechen wir mit anderen über die Gefahren, die unser Nicht- Handeln bewirkt. Reden wir darüber, dass wir anders leben müssen. Entwerfen wir Visionen für ein andere Gesellschaft. Fragen wir uns, womit wir anfangen können.
Klimanotstand
Das Eis schmilzt und wird nicht mehr aufhören zu schmelzen. Die Temperatur der Luft wird sich weiter erhöhen und zu Trockenheit, extremer Hitze aber auch zu mehr Starkregen führen. Auch die Temperaturen der Meere werden weiter in die Höhe schnellen und immer stärkere Stürme hervorrufen.
Wir haben die Alarmstufe Rot längst erreicht. Um sofort radikal zu handeln brauchen wir eins: die Einschätzung, dass wir in einer Klimanotlage uns befinden. Erklären wir den Klimanotstand und ordnen alles Leben und Wirtschaften der Rettung des Klimas unter.
Grüne Technologien – Kreislaufwirtschaft - Nachhaltigkeit
Uns stehen in einigen Bereichen neue Technologien zur Verfügung, die weniger CO² erzeugen (z.B. Wärmepumpe, Solardächer, …). Investieren wir in diese Technologien und bauen sie ein bzw. nutzen diese. Allerdings lässt sich unser Wohlstandsleben nicht durch neue Technologien auf demselben Niveau weiterführen. Trennen wir uns von der Vorstellung, wir werden mit grünen Kerosin eines Tages in den Urlaub fliegen und mit E- Autos wie eh und je weiter fahren können. Nur die Kombination von Reduzieren und neue Technologie geht letztendlich auf.
Die Natur kann uns helfen, besser Kohlenstoff zu binden. Hier müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, um die Natur wieder in die Lage zu versetzen, mehr CO² zu speichern.
Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels
Früher oder später wird jeder von uns von klimabedingten Unwettern betroffen werden. Wir müssen uns so gut wie möglich schützen. Finden wir Lösungen, wie wir uns vor Hitze, Starkregen, Überschwemmungen, Hagel, Sturm, Dürre schützen kann und investieren in diese Maßnahmen.
Die Systeme zu verändern
Veränderungen bei sich selbst sind der Ausgangspunkt einer gesellschaftlichen Transformation. Entscheidend ist aber die Veränderung der Systeme. Nehmen wir also unseren Einfluss auf die Systeme wahr und verändern wir sie. Entwerfen wir Visionen einer überlebensfähigen Gesellschaft.
Das Klima schützen und stärken, uns an die klimatischen Veränderungen anpassen und uns vor Extremwetter schützen sind die drei wichtigen Säulen unseres individuellen Handelns.