ArcheN-Projekt
Schöpfung und Hoffnung bewahren


Siehe ich mache alles neu



Siehe, ich mache alles neu!“ ist die Jahreslosung für 2026 und ist eine Verheißung von Gott an uns. Diesem Impuls wollen wir nun folgen und uns darin vertiefen, was das Neue für uns sein kann.


Eine sehr spannende Frage für uns alle: „Was soll neu gemacht werden?“ Noch fühlen wir uns ja gut und wohl im alten Leben. Aber der Druck zur Erneuerung ist angesichts der sich zuspitzenden ökologischen Krisen schon gewaltig. Es ist uns allen klar, dass etwas anders gemacht werden muss.

Nur ist die Frage was und wie es sein soll.


Aber auch wer es machen kann. „Neu-Macher mit Anstand, Klugheit und Liebe braucht unsere Gesellschaft“ so formulierte es Bischhof Christian Kopp in seiner Neujahrsansprache. Die Zurückhaltung in der Gesellschaft gegenüber Veränderungen ist derzeit groß. Aber gerade wir als Kirche haben die Kraft und den Raum, etwas zu bewegen. Und wenn wir uns umschauen, dann bewegt sich da schon etwas in die richtige Richtung.


Die Richtung ist klar, aber die Vorstellung, wie das neue Leben und eine nachhaltige Gesellschaft aussehen können, fehlen noch. Wir brauchen Visionen wie sie Johannes in der Offenbarung für ein neues Jerusalem niedergeschrieben hat.


Visionen sind in diesem Prozess der Erneuerung schon sehr wichtig. Johannes hat damit den Christen Mut gemacht und ihre Hoffnung gestärkt. Genau wie wir es in der Zukunft brauchen werden.


Nutzen wir die Jahreslosung, um Visionen oder einfach erst einmal Vorstellungen für ein Leben und Wirtschaften zu entwickeln, dass uns in Gleichgewichtszustände zurück führen kann. Das ist eine schwere Aufgabe, denn wir haben bereits sieben planetarische Grenzen überschrittenen. Jede Überschreitung bedeutet eine ökologische Krise. Einfach unglaublich, dass es alle wissen, aber trotzdem niemand etwas Substanzielles dagegen unternimmt. Ich fühle mich da schon sehr an die Situation von Noah erinnert. Auch damals reagierten die Menschen auf eine drohende Gefahr nicht.


Auch wir als Kirche müssen uns fragen, wie wir die ökologischen Krisen sehen? Sind sie auch für uns als christliche Gemeinschaft eine Herausforderung? Müssen wir als Kirche und Gemeinde etwas neu machen?


Ich denke, wir als christliche Gemeinschaft müssen uns vorbereiten auf psychologische und soziale Probleme und Konflikte, die aus Dürre, Überschwemmungen, Zerstörungen, Ernteausfällen, Lebensraumzerstörungen etc. entstehen. In den Krisen werden Menschen Trost und Zuspruch benötigen und aus sich heraus Mut, Kraft und Zuversicht. Vor allem brauchen wir neue Perspektiven und Werte für ein Leben unter völlig anderen Bedingungen.


Mit Sicherheit erwächst uns als Christen eine große und entscheidende Aufgabe, denn auch wir werden gefragt sein, wenn jenseits des Wohlstandsstrebens und der individuellen Freiheit andere Wege gefunden werden müssen. Tugenden wie Demut, Ehrfurcht, Solidarität und Bescheidenheit werden wir neu entdecken müssen. Nicht zuletzt müssen wir uns auch mit den Fragen der Verantwortung für die ökologischen Krise auseinandersetzen, denn diese sind durch unser Tun und Lassen erst zu den geworden, die sie jetzt sind.


Das sind gewaltige Herausforderungen für die Gesellschaft und vor allem für uns als Christen. Ich denke, die Kirche wird sogar eine bedeutende Rolle bei der Bearbeitung der sozialen und psychischen Krisen spielen. Nur muss sie sich auf diese Aufgabe vorbereiten. Was für ein Glück, dass uns die Jahreslosung dieses Thema stellt: „Siehe, ich mache alles neu!


Das besondere daran ist, dass Gott bei uns etwas neu machen kann. Die Kraft und der Geist kommt von ihm. Nur wir müssen uns darauf einlassen. Was denkt ihr, was alles neu in der Gesellschaft und Kirche werden muss? Ist die Stunde der Kirche gekommen?



Prüft alles und behaltet das Gute!


Die Jahreslosung 2025 forderte uns auf, alles zu prüfen und nur das Gute zu behalten. Aber was ist das Gute? Viele Dinge, die für uns gut, angenehm und bequem sind, sind gleichzeitig schlecht für die Umwelt und die Zukunft der Menschheit. Wie können wir erkennen, was gut ist? 


Für diese Prüfung brauchen wir deshalb Maßstäbe. Für uns Christen ist die Verantwortung für die Welt und die Schöpfung ein wichtiges Kriterium. Gut ist, was die Umwelt bewahrt und für sie förderlich ist. Der Fokus unseres Handelns muss sogar die globalen Auswirkungen mit einbeziehen. Wir dürfen von dieser Welt nicht nur nehmen, sondern wollen auch geben bzw. bewahren.


Das halte ich auch für besonders wichtig, denn angesichts der sich rapide verschlechternden ökologischen Bedingungen ist es entscheidend, auf alles, was schlecht und zerstörerisch für die Umwelt ist, zu verzichten. Nur das was für sie gut und lebenserhaltend ist, dürfen wir behalten. Unser wichtigstes Ziel ist dabei, die Lebensgrundlagen für die Zukunft der Menschheit zu erhalten. Aus unserer Sicht ist jeder Mensch deshalb gefordert, zu prüfen und sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.


Das ist auch mein Wunsch für uns alle. Doch die globale Umweltbilanz des Jahres 2025 ist mit dem weiteren Anwachsen des Ausstoßes an CO², dem ungeminderten Konsum und nicht zuletzt durch den ergebnislosen Weltklimagipfel ein Jahr, dass der Welt und der Schöpfung nicht viel Gutes gebracht hat. Das stimmt schon traurig.


Leider fällt die Jahresbilanz 2025 für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen recht negativ aus. Trotzdem bleibt uns, selbst das Gute für die Umwelt immer wieder zu tun, nicht in Resignation zu verfallen, sondern alles für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu tun: z. B. mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, den Garten als Lebensraum für viele Arten zu gestalten, weniger zu konsumieren, aufs Fliegen verzichten, nachhaltig zu leben..


Lassen wir uns also nicht entmutigen. Obwohl jeder nur einen kleinen Beitrag für die Bewahrung der Schöpfung leisten kann, müssen wir genau das tun, damit uns, unseren Kindern und Enkeln eine gute Zukunft möglich wird. Aus vielen kleinen Beiträgen kann eine große Wirkung entstehen. Veränderung wächst von unten. Wir wollen uns später nichts vorwerfen müssen.


Das ist wichtig und richtig für unsere eigene Lebensbilanz. Daher sollte jeder sein Mögliches für die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen tun. Aus dem Kleinen muss eine große Bewegung werden.
Nun kommt das nächste Jahr mit seiner Losung: „Siehe, ich mache alles neu“. Für uns als ArcheN- Projekt stellt sich die Frage: Was sollen wir als Menschen und Gesellschaft mit Gottes Hilfe neu machen, damit wir Schöpfung und Hoffnung bewahren können?


Das wird spannend, denn wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir den Kurs noch ändern können und nicht weiter mit voller Fahrt auf den Klimakollaps zusteuern.

 

Deshalb werden wir uns im Jahr 2026 intensiv mit der Transformation auseinandersetzen und würden uns freuen, Sie auf diesem Wege mitnehmen zu können. Fragen wir uns, welche Hoffnung steckt darin, dass Gott alles neu machen kann und was mein Beitrag dabei ist.

 

Das Alte stirbt - das Neue kommt

2025 soll ein Jahr des Wandels werden


Interregnum ist die Zwischenzeit, in der „das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann“. Dieses Zitat vom italienischen Philosophen und Politökonomen Antonio Gramsci

 (aus Maja Göpel „Wir können auch anders“) beschreibt die Situation, in der wir uns befinden.


Wir verharren im Alten, weil die Veränderungen die anstehen für uns weder attraktiv noch erstrebenswert sind. Sie bedeuten vor allem Verzichten und Einschränkungen. Den entscheidende Wert den sie für uns bringen heißt Überleben. Doch das erkennen wir noch nicht als Wert an. Die Mahnungen der Naturwissenschaftler, dass wir massiv unsere Lebensgrundlagen zerstören, sind augenblicklich noch zu abstrakt. In unserer Welt des Überflusses ist es derzeit auch schwer vorstellbar, dass Ernterückgänge zu Nahrungsengpässen führen werden und das Lebensraum durch Klimawandel zerstören wird. Es gibt also viele Gründe, im Alten zu verharren.



Die zurückliegenden Jahrzehnte waren sehr wahrscheinlich die komfortabelste und wohlhabendste Zeit in der Menschheitsgeschichte. Nun wird unsere Welt Stück für Stück vor unseren Augen zerstört. 

Für Betroffene von Extremwetterereignissen ist es schockierend, wenn alles vernichtet wurde. Und dieser Trend wird sich fortsetzen. Die neue Realität wird uns viel abverlangen. Um so wichtiger ist es, sich darauf einzustellen und das bedeutet, soziale und ökonomische Transformation. Dazu müssen wir uns innerlich frei machen von all dem Streben nach Wohlstand, Bequemlichkeit und Selbstverherrlichung. Dann kann Veränderung gelingen.


Der Wahlkampf 2025 erstaunt, denn es spielen weder die ökologischen Krisen noch die Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft eine Rolle. Dramatisch ist dabei, dass selbst die Grünen die Themen nicht mehr anzusprechen wagen. Klimaschutz und Ökologie sind Tabuthemen geworden. Wir sind an einem Tiefpunkt der Kommunikation über diese Themen angekommen. Veränderungen sind von der Gesellschaft derzeit kaum zu erwarten.


Das befürchte ich auch. Gesellschaftlicher Wandel kam immer aus einer Unzufriedenheit heraus. Aber wir sind zufrieden mit dieser Welt und wünschen uns nichts sehnlicher, als dass es so weiter geht. Eigentlich müsste die Jugend rebellieren, denn ihre Zukunft ist in Gefahr. Aber auch sie ist mit dieser Welt zufrieden und wünscht sich, so weiter zu leben. Nur leider wird es nicht gehen, denn unsere Lebensweise und die physikalischen und ökologischen Prozesse passen nicht zueinander.



So nehmen die Dinge ihren Lauf: jede Woche 1-2 Extremwetterereignisse in der Welt. Doch kaum jemand will etwas dagegen tun, alle klammern am Alten. Aber irgendwann kommt der Realitätsschock. Und wie weiter dann? Sind wir stark genug, all den Druck, die Veränderungen und Konflikte zu bewältigen? 

Das Neue wird kommen, noch können wir mitgestalten.



Darum müssen wir handeln. Wir wollen deshalb ein Zeichen setzen:  Glocken läuten für die Bewahrung der Schöpfung und Hoffnung. Jetzt jeden Sonntag 18.00 Uhr in unserer Gemeinde. 

Machen Sie mit, setzen wir gemeinsam ein Zeichen! Die Glocken laden ein zum Gebet, zur Umkehr, zur Hoffnung und zur Tat.




Leben wir schon in einer apokalyptischen Zeit?


Wir starteten am 6. September 2024 mit der Frage, ob wir schon in einer apokalyptischen Zeit leben. Das konnte an diesem Tag noch verwundern. Nur eine Woche später zeigen uns die Ereignisse des Unwetters in der Slowakei, Polen, Tschechien und Österreich wieder massive Zerstörungen, die an die Apokalypse denken lassen.

 Überschwemmungen, Hurrikans, Brände verwüsten immer stärker unsere Welt und bringen Menschen in existenzielle Nöte.




Erstmal will ich erklären, wie Apokalypse gedeutet werden kann. Danach ist die ganze Menschheits- und Weltgeschichte als Unheilsgeschichte zu sehen, die einem schrecklichen Ende zutreibt. Die Sintflut ist die erste Apokalypse. Die Welt geht unter, alles Leben wird vernichtet. Sie war die Konsequenz aus der Lebensweise der Menschen. Auch jetzt sind wir mit den Konsequenzen unseres Handelns konfrontiert. Was folgern wir nun daraus?




Das ist die entscheidende Frage. Aber gehen wir noch mal einen Schritt zurück. Das ArcheN- Projekt haben wir auch deshalb gegründet, weil wir Angst um die Zukunft haben. Ich denke da ganz konkret an meine Enkelkinder. Die Schäden sind irreversibel und die Zeit läuft uns davon. Aber die Mehrheit ignoriert die Probleme, anstatt sofort zu handeln.


Hier will ich mal Margaret Atwood zitieren: "Nein, die Menschen wollen den Tatsachen nicht ins Auge sehen. Sie tun es nie, solange die Tatsachen nicht unausweichlich sind. Die Titanic war unsinkbar und sank dann plötzlich doch.“


Leider, dabei werden wir in den Medien regelmäßig gewarnt und aufgeklärt. So konnte man im Juli im Tagesspiegel von J. Rockström, einem renovierten Klimaforscher aus Potsdam lesen: „Ein sehr besorgniserregender Trend ist, dass sich die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung beschleunigt. Um irreversible Schäden zu verhindern, müssen wir sofort und radikal handeln. Eine globale Transformation muss in einem Rekordtempo erfolgen. Nur so können wir die Erde vor inakzeptablen Umweltfolgen bewahren.“ Das ist eine eindeutige und unmissverständliche Aufforderung eines Wissenschaftlers, der es sehr genau wissen muss. Aber auch für uns muss es klar sein, dass das Eis schmilzt und nicht mehr aufhören wird zu schmelzen. Für unsere Welt gilt die Alarmstufe Rot. Doch wir geben weiter Gas in der Abwärtsspirale. Ein Zurück zu normal gibt es schon nicht mehr. Wir können nur noch das retten,  was noch nicht verloren gegangen ist.


„Aus den Zeichen am Himmels könnt ihr das Wetter vorhersagen, aber die Zeichen der Zeit könnt ihr nicht deuten.“ ist ein bekanntes Zitat der Bibel und können wir in Matthäus 11.4 lesen.
Wieder wollen wir die Zeichen nicht verstehen, obwohl sie eindeutiger nicht sein können. Haben wir Angst vor den Botschaften, die darinnen stehen? Nun, Menschen fürchten sich vor Veränderungen und diese stehen nun einmal an. Wenn wir Schöpfung und Hoffnung bewahren wollen, müssen wir aber von falschen Wegen abkehren und neue Wege suchen.



Das dieser Schritt den Menschen schwer fällt, ist nachzuvollziehen, denn unser Leben und Wohlstand sind großartig und niemand will Privilegien verlieren. Doch wenn wir an diesen Wegen festhalten, werden wir bald alles verlieren. Wir stehen bereits auf der Kippe. Wir müssten sofort den Klimanotstand erklären. Jeder Tag, den wir so weiter leben, verschlimmert unsere Zukunftsaussichten. Nur sofortiges und konsequentes Handel kann uns noch retten.


Gott kann uns die Kraft zur Veränderung geben. Handeln und die Verantwortung übernehmen müssen wir selbst. Veränderungen wachsen von unten. Seien wir eine Gemeinschaft die Verantwortung übernimmt. Handeln wir jetzt, um in der Zukunft unseren Kindern noch in die Augen schauen zu können. Kommen Sie mit auf diesem Wege?


Ende Oktober kam der  Valencia- Schock. Die Auswirkung des Wetterphänomens „Kalter Tropfen“ in Spanien, insbesondere in Valencia, hat uns nicht nur überrascht, sondern vor allem schockiert. Ein bekanntes Phänomen, aber verstärkt durch den Klimawandel hat nicht nur verheerende Schäden hinterlassen und Menschen das Leben gekostet, es zeigt uns auch unsere Machtlosigkeit. Alle unsere Errungenschaften, Wohlstand und Komfort wurden in wenigen Stunden weggespült und vernichtet. Langsam wird es zur Gewissheit, wir müssen wieder mit solchem Extremwetterereignisse rechnen und es könnte noch schlimmer werden.  Kommen wir nun endlich zum Handeln oder brauchen wir noch weitere Schocks?


Das Ereignis zeigt uns auch , dass sich die Welt und besonders die christliche Gemeinschaft  auf psychologische und soziale Probleme und Konflikte, die aus Dürre, Überschwemmungen, Zerstörungen, Ernteausfällen, Lebensraumzerstörungen etc. entstehen, vorbereiten muss. In den Krisen werden die Menschen Trost und Zuspruch benötigen sowie auch Mut, Kraft und Zuversicht. Vor allem brauchen sie neue Perspektiven und Werte für ein Leben unter völlig anderen Bedingungen.
Damit wollen wir uns ab Dezember auseinander setzen. Wie können wir in Zukunft bei veränderten Lebensbedingungen noch Sinn und Freude erleben?



In dieser besinnlichen Zeit vor Weihnachten wollen wir uns mit anderen Werten und  Lebensqualitäten beschäftigen.
Um Schöpfung und Hoffnung zu bewahren, brauchen wir vor allem Zuversicht und Perspektiven.




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